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Outing

Das Thema Outing begleitet Schwule, Lesben, Bisexuelle und Transgender durch ihr Leben. Aber auch Verwandte und Freunde kennen das Gefühl, sich zu outen – auch wenn es nur ein Co-Outing ist. In derselben Situation sind auch unsere Kinder, die nicht selten erklären müssen, warum sie zwei Mamas haben oder warum ihr Papa mit einem Mann zusammen ist.

Alltägliches Outing

Neben den alltäglichen Begegnungen beim Schuhkauf oder an der Supermarktkasse sind es immer wieder Institutionen, öffentliche Einrichtungen oder Formulare, in die Regenbogenfamilien nicht passen wollen und die so anstrengen. Regenbogenfamilien werden begleitet von einem ständigen Outing – mal mit witzigen Begebenheiten, mal mit großem Unverständnis konfrontiert.

Gerade deshalb müssen wir unsere Kinder stärken, ihnen Tabus ersparen und die Möglichkeit bieten, über unsere Familie und ihre Geschichte zu reden. Denn auch die Kinder haben oft Erklärungsbedarf. Damit wir nicht nur nach innen wirken, sondern auch nach außen etwas bewegen, müssen wir unsere Forderungen formulieren und öffentlich machen. Damit Regenbogenfamilien in Zukunft selbstverständlicher werden.

Für die Kinder: nicht verstecken

Im Schutz des Regenbogens – Foto: © Philophoto – Fotolia.com

Als Regenbogenfamilie sind wir sichtbar, ob wir unsere Kinder im Kindergarten anmelden, eine Familienkarte für den Zoo möchten oder einfach nur gemeinsam unterwegs sind. Das Interesse daran, wie wir zusammengehören, ist groß und nicht wenige befragen lieber die Kinder, um etwas herauszufinden. Gerade im Hinblick auf die Kinder ist es wichtig, sich nicht zu verstecken. Wie sollen sie später selbstbewusst mit ihrer Lebensrealität umgehen, wenn wir ihnen vorleben, dass unsere Familie doch irgendwie verheimlicht werden muss? Für solche Tabus haben auch schon kleine Kinder ein gutes Gespür.

Ein offener Umgang macht Regenbogenfamilien auch für andere selbstverständlicher. Im Kontakt mit anderen Familien – etwa im Kindergarten oder der Schule – tritt das Thema in den Hintergrund, wenn Wissensdurst und Neugierde gestillt sind. Dann kommen die ‘ganz normalen’ Elternthemen auf den Tisch. Anstrengend kann es in einer neuen Umgebung werden. Nicht selten steht der ein oder andere etwas auf der Leitung und braucht einige verständnislose Fragen, bevor die Zusammenhänge klar sind.

Was tun, wenn Eure Kinder sich schämen?

Schwierig wird es auch, wenn die Kinder anfangen, sich für Euch zu schämen, wenn sie einfach sein möchten, wie die anderen Kinder. Für die Kinder kann es eine irritierende Erfahrung sein, wenn das, was für sie ihr alltägliches Leben ist, von anderen in Frage gestellt oder abgelehnt wird. Vielleicht fordern sie Euch dann auf, weniger offensiv zu sein, Euch nicht zu küssen oder Händchen zu halten. Hier ist Geduld gefragt. Für Eure Kinder kann eine solche Situation zu einem Zwangs-Outing werden. Absprachen helfen ihnen, das Gefühl zu haben, sich selbstbestimmt zu outen.

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