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Gläser mit bunter Flüssigkeit

Insemination

Für viele Lesben und Schwule, die eine Familie gründen möchten, ist es wichtig, dass zumindest ein(e) Partner_in mit dem Kind leiblich verwandt ist. Der Weg dahin führt über die Insemination. Für Lesben stellt sich oft die Frage nach einem geeigneten Spender unter ihren Freunden und Bekannten. Alternativ könnt Ihr auch eine Internet-Kontaktbörse oder den Besuch einer Samenbank in Betracht ziehen.

Der Weg zum Kind ist für Schwule oft beschwerlicher. Viele Schwule, die ein leibliches Kind zeugen und großziehen möchten, suchen nach einem lesbischen Paar oder einer alleinstehenden Frau, mit der sie gemeinsam eine Familie gründen können. Auch hier kann das Internet helfen.

Unübersichtliche rechtliche Situation

Die rechtliche Situation ist in Deutschland allerdings verworren: Wenn Ihr zu Hause inseminiert, macht Ihr Euch nicht strafbar. Wer sich allerdings lieber die Hilfe eines Arztes/einer Ärztin sichern möchte, kann auf Probleme stoßen. Die Richtlinien der Landesärztekammern erklären, dass sittenwidrige Handlungen strafbar sein können. Was genau als sittenwidrig eingestuft wird, ist allerdings umstritten. Mit der neuen Richtlinie der Bundesärztekammer “zur Entnahme und Übertragung von menschlichen Keimzellen im Rahmen der assistierten Reproduktion” vom April 2018 ändert sich für alleinestehende und Frauen, die in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft leben bzw. mit einer Frau verheiratet sind, erstmal nichts. Der LSVD fordert deshalb die Politik nachdrücklich auf, durch Bundesgesetz klarzustellen, dass die assistierte Reproduktion allen Menschen unabhängig von Familienstand und sexueller Orientierung bzw. geschlechtlicher Identität offensteht. Auch Ärzt*innen warten seit 2013 angesichts der vielfältigen gesellschaftlichen Entwicklungen auf eine Antwort des Gesetzgebers auf die offenen Fragen der Reproduktionsmedizin, vgl. Deutsches Ärzteblatt, Heft 22 vom 01.06.2018, Seite A 1051.

 

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